Gute Vorsätze, leerer Akku – Selbstfürsorge statt Selbstoptimierung

Ein Plädoyer für weniger Optimierung und mehr Selbst

Der Jahresanfang fühlt sich oft an wie ein Startschuss. Sobald ich Social Media öffne, springt mir die nächste Abnehm-/ Fitness-/ Selbstoptimierungs-Challenge entgegen.

Überall neue gute Vorsätze, neue Routinen, neue Pläne für ein „besseres Ich“. Mehr Sport, bessere Ernährung, strukturiertere Tage, effizientere Morgen.

Und irgendwo zwischen all dem sitze ich und denke: Eigentlich bin ich gerade ziemlich müde.

Der Dezember war schließlich auch kein Wellness Urlaub. Die gefühlt endlose To-Do-Liste, der volle Terminkalender, der Feiertagstrubel und dazu der Bestellansturm in meinem Onlineshop.

 

Aber egal, immerhin haben wir jetzt Januar und starten mit neuer Energie (wo die herkommt ist unklar) ins neue Jahr, mit neuen Plänen und einem ganz neuen verbesserten Ich. Also Gute-Vorsätze-Liste schreiben und los geht’s.

 

Drei Wochen später, der Januar ist fast vorbei. Die anfängliche Neujahrsmotivation? Irgendwo zwischen Kalenderwoche zwei und dem ersten grauen Dienstag verschollen. Der Akku fühlt sich immer noch eher leer als aufgeladen an. Und ganz langsam schleicht sich wieder der Alltag ein – mit all seinen To-Dos, Verpflichtungen und Erwartungen.

 

Man schaut auf die eigenen Vorsätze und denkt: War das wirklich eine gute Idee? Oder eher etwas überambitioniert… in einem Zustand, in dem man eigentlich nur eine Pause gebraucht hätte?

Tut mir diese ganze Selbstoptimierung eigentlich gut? Wird mein Leben dadurch tatsächlich besser oder nur stressiger?

…oder sollten wir vielleicht einfach mal das Wörtchen Optimierung streichen.

 

Kein Selbstoptimieren. Sondern nur: Selbst.

Hinschauen. Fühlen. Ernst nehmen, wie es uns gerade wirklich geht und was uns gut tut.

Weniger Optimierung. Mehr Ehrlichkeit.

Ich denke das Problem ist oft gar nicht, dass wir uns zu wenig Mühe geben und unbedingt zum Jahresanfang alles Mögliche verbessern müssen. Vielleicht schauen wir einfach zu oft nach links und rechts, statt kurz bei uns selbst vorbeizuschauen.

Wer kennt es nicht, ein kurzer Blick aufs Handy, und plötzlich scheint jeder andere sein Leben besser im Griff zu haben.

Alle sind konsequent, motiviert, sportlich, achtsam, früh wach, spät entspannt – und das bitte alles gleichzeitig.

 

Selbstoptimierung entsteht dabei selten aus der Frage: Was tut mir gut?

Sondern eher aus: Warum schaffe ich das nicht so wie die anderen?

Social Media ist da ein ganz hervorragender Ort, um sich innerhalb von fünf Minuten komplett unzureichend zu fühlen.

 

Wenn man diesen Vergleichsdruck einmal kurz ausblendet, bleibt eine ziemlich einfache Frage übrig.

Nicht: Was machen die anderen?

Sondern: Was tut mir gut?

Postkartenkalender von Mint Flamingo, Illustrationen und Mutmach Sprüche. Kalenderblatt Spruch: Es muss nur für dich Sinn ergeben, nicht auch für alle anderen.
Postkartenkalender, Mut für 2026

Genau an dieser Stelle bekommen Selbstfürsorge und Achtsamkeit ihren Platz zurück.

Nicht als Trendwort oder Instagram-Überschrift, sondern in ihrem eigentlichen Wortsinn, einfach mal wieder mehr auf sich selbst zu achten.

Selbstfürsorge im Alltag statt Selbstoptimierung

Selbstfürsorge und Achtsamkeit haben es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt.

Sie wurden so oft benutzt, dass sie inzwischen ein bisschen nach Yogamatte im Sonderangebot klingen.

 

Dabei geht es im Kern um etwas ziemlich Bodenständiges:

Auf sich zu achten.

Nicht optimiert, nicht perfektioniert – sondern ehrlich.

Was tut mir gut?

Wovon möchte ich dieses Jahr eigentlich mehr – und wovon eher weniger?

 

Ein „verbessertes Ich“ muss ja nicht automatisch fitter, schlanker oder effizienter sein.

Vielleicht ist es auch: glücklicher. Gelassener. Entspannter.

Und manchmal ist genau das die größte Veränderung.

Mutmonster Illustration: weniger To-Do, mehr Ta-Da

Weniger To-Do mehr Ta-Da

Vielleicht ist das der Moment, in dem man die klassische Vorsatzliste ganz unauffällig verschwinden lässt. Na ja, eigentlich nur die guten Vorsätze, die Liste an sich darf bleiben, wird aber neu gefüllt.

 

Mit Dingen, die uns guttun, auf die wir uns dieses Jahr freuen. Alles wovon wir dieses Jahr mehr wollen, was sich gut anfühlt und uns das Leben leichter macht.

 

Das können große Erlebnisse sein oder sehr kleine Alltagsmomente.

Mehr Pausen. Mehr Lachen. Mehr Momente, in denen man denkt: Ach, das war jetzt schön.

Auf unserer Vorfreude-Liste stehen z.B. Ausflüge und Urlaube, die wir dieses Jahr machen wollen, neue Dinge, die wir ausprobieren möchten (das Kind möchte unbedingt Lasertag spielen gehen) und mehr Familienzeit (ab jetzt freitags gemeinsam kochen).

Notizbuch mit Vorfreude Liste, Selbstfürsorge statt Selbstoptimierung

Und plötzlich fühlt sich das neue Jahr nicht mehr wie ein Optimierungsprojekt an, sondern wie etwas, das man erleben darf.

Das wird dein Jahr

Ja, diesen Satz kennen wir alle. Er taucht ja auch jedes Jahr zum Jahresstart wieder auf, soll motivieren und Ehrgeiz wecken.

 

Meistens steht er direkt neben Fitnessprogrammen, Ernährungsplänen oder dem Versprechen, endlich eine bessere Version von sich selbst zu werden.

 

An sich ist er auch gar nicht verkehrt. Ich würde ihn ganz gern behalten – und ihm eine andere Betonung geben.

 

Nicht dein Jahr, weil du alles durchziehst, optimierst oder perfekt umsetzt.

 

Sondern DEIN Jahr, weil du es nach deinen Regeln lebst.

 

So, wie es dir gut tut.

Mit Pausen. Mit Umwegen. Mit Tagen, an denen nichts „produktiv“ passiert.

Vielleicht braucht man für genau dieses „dein Jahr“ gar nicht viel.

Nur ein paar kleine Dinge, die den Unterschied machen.

Mini Mutmach Otter mit Nachricht: Denk immer daran, du bist wundervoll!
Mini Mutmach Otter

Ein Moment Pause, obwohl noch etwas offen ist. Ein inneres „Es reicht für heute“. Lachen mit deinen Lieblingsmenschen. Oder etwas Schönes in der Nähe, das erinnert: Du musst gerade gar nichts beweisen.

Ich werde es ausprobieren.

Nicht perfekt. Nicht optimiert. Aber meins.

 

Und du?

Schreibe einen Kommentar

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner